NEWSLETTER TEST 2

WOCHE

NameKurs (25.05.)Veränderung (%)
FTSE All-World127.04-2.04
S&P 5005,802.83-3.22
NASDAQ 10020,895.20-2.82
D-Wave Quantum18.8053.03
Gold3,357.704.22
Bitcoin107,2870.46
Ethereum2,526.001.09

📌 Veränderung berechnet auf Basis der Eröffnungskurse vom Montag, 19. Mai 2025 bis zum Schlusskurs am Freitag, 23. Mai 2025. Quelle: Yahoo Finance.

  • Auf und ab: Am Wochenende wurde das US-Kreditrating von Moody’s herabgestuft – und der Markt kaufte den Einbruch beherzt auf. Im weiteren Wochenverlauf blieben große Indizes wie der S&P 500 weitgehend stabil und verzeichneten bis Mittwoch einen sanften Aufwärtstrend. Gegen Ende der Woche sorgte dann Trumps Ankündigung neuer EU-Zölle für Unruhe, was zu einer moderaten Kurskorrektur führte. Gold konnte nach der Korrektur in der Vorwoche um 4,2 % zulegen.

MÄRKTE
US-Kredit-Downgrade: Warum die Panik übertrieben ist

Kreditwürdigkeit der USA

Moody’s hat das US-Rating herabgestuft, woraufhin der S&P 500 über das Wochenende nachgab.

Am Freitag nach Börsenschluss hat Moody’s das US-Staatsrating von Aaa auf Aa1 herabgestuft – vergleichbar mit einem Notenrutsch von „1+“ auf „1“: ärgerlich, aber noch lange keine Katastrophe. S&P hatte das „perfekte“ Triple-A bereits 2011 gekippt, Fitch folgte 2023. Moody’s reiht sich damit als dritte große Ratingagentur in eine schon länger bestehende Kritik an der US-Schuldenpolitik ein.

Hintergründe:

  • 36,2 Bio. USD Staats­verschuldung

  • Chronische Defizite: Ausgaben > Einnahmen

  • Politische Blockade: Uneinigkeit bei Schulden­obergrenze und gescheitertes Trump-Steuerpaket, was den Eindruck eines unzuverlässigen Schuldners verstärkt.

Trotz negativer Schlagzeilen haben vor allem Retail-Investoren beherzt den Dip gekauft. Allein in den ersten drei Handelsstunden am Montag konnte der Kapitalmarkt Zuflüsse von 4,1 Mrd. USD verzeichnen (der höchste jemals für diesen Handelszeitraum gemessene Betrag).

Diese moderaten Rückgänge über das Wochenende zeigen, dass institutionelle und private Anleger das Downgrade zwar zur Kenntnis nehmen, es aber nicht als Auslöser für anhaltende Panikverkäufe sehen. Dennoch ist dies ein Weckruf an die Politik: Die USA müssen ihre Schulden- und Ausgabenpolitik dringend stabilisieren.

Investoren, welche langfristig orientiert sind können sich beruhigen – die Strategie „Qualitätswerte kaufen, breit streuen, halten“ bleibt gültig.

KRYPTO
Preisfindungsphase

Bitcoin-Google-Suchanfragen: Interesse im zeitlichen Verlauf

Am Mittwoch stieg der Bitcoin-Kurs erstmals über 109.400 USD und erreichte am Donnerstag sogar ein neues Allzeithoch von 111.994,74 USD. Damit zog Bitcoin mit einer Marktkapitalisierung von 2,16 Bio. USD an Amazon vorbei und avancierte zum fünftgrößten Vermögenswert der Welt.

Rückenwind erhielt die Rallye durch institutionelle Investoren: BlackRock und Fidelity pumpten zusammen rund 590 Mio. USD in ihre Bitcoin- und Ethereum-Fonds. Solche Großzuflüsse schaffen nicht nur Stabilität, sondern signalisieren, dass Kryptowährungen zunehmend auch von etablierten Finanzakteuren ernstgenommen werden.

Der ETF-Boom ist ungebrochen: Im Mai flossen netto 3,6 Mrd. USD in Bitcoin-ETFs, und BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) zählt zu den fünf größten ETF-Neustarts des Jahres. Das zeigt, dass immer mehr Anleger über regulierte Vehikel in Bitcoin investieren.

Seit seinem Tief im April hat Bitcoin rund 46 % zugelegt, nachdem die Ängste vor einem globalen Handelskrieg und neuen US-Zöllen deutlich nachließen. Diese Entspannung geopolitischer Risiken hat das Vertrauen zurückgebracht und zahlreiche Kaufgelegenheiten geschaffen.

Auch das Markt-Sentiment bleibt nachhaltig gesund:

  • Fear-&-Greed-Index: Mittleres „Gier“-Niveau bei 60–80 Punkten (Extreme Greed würde ab >80 drohen).

  • Funding Rate: Nur 0,005 – ab 0,05–0,08 steigt das Risiko plötzlicher Rücksetzer durch hohe Hebelwirkung.

  • Google-Trends: Suchinteresse nach „Bitcoin“ ist trotz Rekordhoch kaum angestiegen, was zeigt, dass Privatanleger noch nicht flächendeckend eingestiegen sind (siehe Bild).

Insgesamt bestätigt das neue Allzeithoch, dass Bitcoin sich von einem reinen Spekulationsobjekt hin zu einem strategischen Investment entwickelt. Moderate Gier, niedrige Leverage und ungesättigtes Retail-Interesse deuten darauf hin, dass weiteres Aufwärtspotenzial besteht, ohne eine überhitzte Blase zu riskieren.

AKTIE DER WOCHE
D-Wave Quantum (QBTS)

QBTS

Ende des Jahres 2024 setzte die Rallye im Quantum-Sektor ein. Ausgelöst durch Alphabet (Google), das am 9. Dezember 2024 seinen neuen Willow-Chip vorstellte – ein Prozessor, der 105 Qubits mit fortschrittlicher Fehlerkorrektur kombiniert und Aufgaben in fünf Minuten löst. Quanten-Aktien schnellten in die Höhe. Doch die Euphorie flaute ab, als NVIDIA-CEO Jensen Huang auf der GTC 2025 in San Jose im März erklärte, breite kommerzielle Anwendungen seien wohl noch 10–15 Jahre entfernt – eine Aussage, die die Kurse zum einstürzen brachte.
Ganz wie ein Manager der besonderen Art, ließ Huang direkt danach im Akkord Quantenforscher und Quantenigenieure anheuern – als wolle er damit sagen: „Mag sein, dass es noch dauert, aber wir wollen die ersten sein.“

Quanten?: Klassische Computer nutzen Bits, die entweder den Zustand 0 oder 1 darstellen, sie können nur einen dieser beiden Zustände einnehmen. Quantencomputer dagegen arbeiten mit Qubits, die dank Superposition gleichzeitig 0 und 1 sein können. Durch Verschränkung koppeln sich Qubits so miteinander, dass ihr jeweiliger Zustand untrennbar verbunden ist – das ermöglicht, viele Rechenpfade parallel zu untersuchen und so komplexe Probleme extrem effizient zu lösen:

  • Vorteile: Optimierungsprobleme, Materialsimulationen, KI-Modelle und Kryptographie

  • Schwierigkeit: Hohe Fehleranfälligkeit, aufwendige Kühlung, begrenzte Qubit-Zahlen

D-Wave Quantum bietet Quanten­rechnen als Service über die Cloud an: Unternehmen und Forschungsinstitute in über 40 Ländern mieten Rechenzeit auf D-Waves Spezial­prozessoren, ohne eigene Hardware anschaffen zu müssen. Diese Woche machte D-Wave sein neues System Advantage2 allgemein verfügbar – die Aktie schoss daraufhin am Dienstag um 25 % nach oben.

Finanziell überzeugte D-Wave im ersten Quartal 2025: Der Umsatz stieg auf 15 Mio. USD, ein Plus von 509 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verringerte sich der Nettoverlust um 68 % und das Unternehmen baute einen soliden Cash-Buffer von 304,3 Mio. USD auf.

Zwar ist D-Wave noch nicht profitabel, doch die starke Umsatzdynamik und der hohe Kapitalpuffer legen den Grundstein für den Weg in die Profitabilität. Weiterhin ist die Aktie seit Dezember 2024 um mehr als 1200% gestiegen allein im letzten Monat um 200%, Rücksetzer bzw. Gewinnmitnahmen sind nicht auszuschließen.

Fazit:
Quanten sind mehr als ein Hype: Die Tech-Giganten Google, Nvidia und Co. investieren längst in die Grundlagenforschung und treiben die Technologie aktiv voran.

In den kommenden Quartalen sollte genau beobachtet werden, ob D-Wave den Sprung in die Profitabilität schafft und sein Wachstum in stabile Erträge verwandelt. Gleichzeitig gilt es, die mit der vergleichsweise kleinen Marktkapitalisierung einhergehende Volatilität im Blick zu behalten: Rücksetzer können kräftig ausfallen, eröffnen dafür aber auch Einstiegs-Chancen.

Wer mit einem gewissen Risiko auf den Quantum-Zug aufspringen möchte, findet in D-Wave einen spannenden Early-Mover – auch wenn am Ende unklar bleibt, welches Unternehmen letztlich das Rennen um die kommerzielle Quantenhoheit machen wird.

NEWS DROP
Profit Häppchen

  • BYD verkaufte im April erstmals mehr E-Autos in Europa als Tesla – 7.231 Zulassungen gegenüber 7.165 bei Tesla.

  • Fed-Ausblick: US-Notenbank signalisiert frühestens im September Zinssenkungen

  • Trump empfiehlt ab 1. Juni einen 50% Zoll auf alle Importe aus der EU.

  • Oracle ($ORCL) wird rund 400.000 Nvidia GB200-Chips für OpenAI’s neues US-Rechenzentrum erwerben.

  • Indien und die USA könnten laut CNBC innerhalb der nächsten 7–10 Tage ein erstes Handelsabkommen erreichen.

KALENDAR
FAHRPLAN

Am Montag bleiben die US-Märkte wegen Memorial Day geschlossen, sodass uns eine kurze, aber prall gefüllte Woche mit Wirtschafts­daten und Quartals­berichten bevorsteht.

Am Dienstag starten wir mit den Bestellungen langlebiger Investitionsgüter und dem US-Verbrauchervertrauen.

Der Mittwoch ist mit der Veröffentlichung der protokollierten FOMC-Sitzung vergleichsweise ruhig.

Am Donnerstag folgen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Anzahl noch ausstehender Hausverkäufe und die erste Revision des BIP für Q1.

Den Abschluss bilden am Freitag die PCE-Inflationsdaten (April), die von der Fed bevorzugte Inflationskennzahl.

Bei den Unternehmensergebnissen ist dies die letzte große Berichts­woche der Saison mit einigen prominenten Namen:

  • Dienstag: AutoZone, Okta, Box, Semtech

  • Mittwoch: Salesforce, Nvidia, Abercrombie & Fitch, c3.AI, Macy’s, Synopsys, HP, Dick’s Sporting Goods, Capri Holdings, U-Haul

  • Donnerstag: Costco, Best Buy, Dell, Marvell Technology, Zscaler, Li Auto, Ulta Beauty, The Gap, Bath & Body Works, Burlington Stores, Cracker Barrel

  • Freitag: Target, PDD Holdings, Diageo, Trump Media & Technology Group, Ralph Lauren, Zoom, e.l.f. Beauty, Urban Outfitters

DISCLAIMER: Unsere Inhalte dienen nur zu Informations- und Bildungszwecken und sind keine Finanz-, Investitions-, Rechts- oder Steuerberatung. Finanzmärkte sind risikoreich – mach deine eigene Recherche und sprich mit einem Profi, bevor du investierst. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Dein Geld, deine Verantwortung.